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Die Kunstturnsaison 2022

Typologie der Athleten aus Sicht eines Trainers

Die Kunstturnsaison des Jahres 2022 hat schon wieder ihr Ende erreicht.

So wie es meistens im Turnsport ist, zeigen sich an den ersten Wettkämpfen bereits die während der Saison zu erwartenden Platzierungen. Gerade bei den kleineren Turnern, gibt es nur wenige Verschiebungen von Wettkampf zu Wettkampf. In diesem Jahr startete ein Grossteil der kleinen Turner in einer neuen Kategorie. Somit waren sie mit ihrem Jahrgang bei den Jüngeren, was die Auszeichnungschancen um ein Grosses verkleinerte.

Anstatt nun die einzelnen Leistung und Plätze jedes Wettkampfes zu beschreiben und die Köpfe mit Punktzahlen zum qualmen zu bringen, gibt es nun eine Typologie an verschiedenen Wettkampfturnern. Vielleicht findest du ja ebenfalls deinen eigenen Typ darin wieder.

1. Der Fels in der Brandung (des Trainers Liebling)
Egal ob der Wettkampf in der eigenen Turnhalle in Merenschwand stattfindet oder weit weg in Schaffhausen. Der Fels in der Brandung strahlt immer die Ruhe selbst aus. Das Wort Nervosität scheint nicht in seinem Wortschatz vorzukommen. An allen Wettkämpfen turnt er sein Programm gelassen und souverän durch. In dieser Saison geht dieser Typ wohl an Valentin, Gian und James, die alle praktisch fehlerfrei turnten. Zwar ist es als Fels auch schwer grössere Luftsprünge zu machen, jedoch erspart er dem Trainer auch eine grosse Zahl an Nerven.

2. Der «Ich geh auf Nummer sicher» Typ
Schwierige und risikoreiche Bonuselemente scheinen ihn nicht sonderlich zu reizen. Obwohl er Videos von diesen Elementen aus dem Training bereits mehrmals seinen Eltern zukommen liess, werden sie am Wettkampf noch gekonnt ignoriert. Sicher ist ja schliesslich sicher. In dieser Saison würde man Yann wohl zu diesem Typus zählen.
Die armen Eltern konnten nicht ganz nachvollziehen, warum Yanns Reckübung 20 Sekunden kürzer war, und hoffen mit zunehmendem Alter der Saison doch noch auf das ein oder andere Bonuselement. Jedoch vergebens, sicher bleibt SICHER.

3. Der «Immer für eine Überraschung (nicht) gut» Typ
Vorneweg genommen, der Alptraum jedes Trainers. Nie weiss man, was der bevorstehende Wettkampftag bringen wird. Glänzt er plötzlich mit einer überdurchschnittlichen persönlichen Leistung oder macht er doch einen vorzeitigen halsbrecherischen Abgang?
Nach dem zweiten Wettkampf als Benedict plötzlich nur noch an einem Ring hing, war klar, dass er wohl diesem Typ zuzuordnen ist.
Einige Übungen zeigte er so gut, dass der Trainer sich fragte, ob der Zaubertrank aus Asterix und Obelix etwa doch existiert. An anderen Tagen traute der Trainer sich nicht mehr weiter als einen halben Meter vom Gerät weg zu gehen, da die Bilder des letzten Sturzes noch vor dem inneren Auge vorüberzogen. Halblaut redet der Trainer sich beim Zuschauen jeweils ein «bitte Fall nicht runter, bitte.»

4. Der Blackout Typ
Auch er ist nicht gerade der beste Freund des Trainers. Im Gegensatz zum «Immer für eine Überraschung gut» Typ, kommt das Blackout nur an einem einzigen Wettkampftag vor. Nur weiss man leider nie an welchem Tag!

Der Blackout Typ schafft es, eine Übung komplett neu zu erfinden und Bewegungen so auszuführen, wie man es als Trainer und Zuschauer noch nie gesehen hat. Die Note der Übung ist dementsprechend so weit im Keller, dass man sie auch mit den 5 anderen Geräten nie mehr ans Tageslicht bringen kann. Dieser Titel geht Wohl oder Übel diese Saison an eine Bodenübung von Jamie.

Zum Glück kann man behaupten, dass neben diesem einen Blackout Moment dieser Typ sehr viele Parallelen mit dem Fels in der Brandung hat. Also alles halb so wild, wenn das Blackout nicht an der Schweizermeisterschaft kommt.

5.  Der «hoffentlich einmal Fehlerfrei» Typ
Bei ihm muss man nicht Angst haben, dass etwas nicht wunschgemäss klappt, denn dies ist der Regelfall. Dafür kann man immer die Hoffnung verspüren, dass der Wettkampf dieses eine Mal fehlerfrei über die Bühne geht. Glücklicherweise klappt dies dann meist doch noch beim letzten Wettkampf. Genau so ging es dieses Jahr Lio und Jan. Bei beiden schlich sich entweder ein Zählfehler oder ein Sturz in den Wettkampf ein, wenn nicht mehrere.
Umso Grösser ist die Freude des Trainers, wenn es dann an einem Wettkampf doch per Zufall einmal klappt fehlerfrei zu bleiben.  

Diese Typologie zeigt einen Ausschnitt aus den Gefühlslagen, die ein Trainer in einer Wettkampfsaison durchmachen muss. Klar in diesem Bericht wurden sie etwas überspitzt dargestellt. Zum Schluss ist klar anzumerken, dass die Turner auch in dieser Saison vollen Einsatz gegeben haben und wir sind stolz auf all ihre Leistungen.

Falls ihr euch noch etwas genauer über die einzelnen Resultate der Kunstturnerriege Merenschwand informieren möchtet, findet ihr hier noch die Links zu den jeweiligen Ranglisten.

1. Rhytalcup Kleindöttigen

https://www.kugetu.ch/events/rhytal-cup/

2. Mittelländische Meisterschaften Kunstturnen Merenschwand

https://tvmerenschwand.ch/wp-content/uploads/2022/04/Rangliste-P1P1U9.pdf

3. Mittelländische Nachwuchsmeisterschaften Malters

https://kunstturnen-luzern.ch/de/anlaesse/ranglisten

4. Zürcher Kunstturnertage Neftenbach

https://www.tvneftenbach.ch/

5. Schaffhauser Jugendcup

https://kutush.ch/index.php/aktuell

6. Mittelländische Kunstturnertage Bellach

https://www.kunstturnensolothurn.ch/mlk2022-ranglisten

7. Schweizermeisterschaft Lugano

https://www.turnsport.ag/fileadmin/user_upload/turnsportaargauch/Global/Ranglisten/Kunstturnen/2022-06-04_kutum_SMJ_lugano.pdf

Autor: Patrick Waltisberg

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